Befragung der Jugendverkehrsschulen in Deutschland

Seit dem vergangenen Jahr engagieren sich die im GDV zusammengeschlossenen Deutschen Versicherer bei der Radfahrausbildung und haben gemeinsam mit der DVW die Trägerschaft über die Jugendverkehrsschulen (JVS) übernommen. In diesem Rahmen wurde 2004 zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder eine umfassende Befragung durchgeführt. Knapp 500 JVS haben sich schriftlich beteiligt, zusätzlich wurden zur Vertiefung exemplarische Interviews geführt.

Die Gesamtbetrachtung ergibt bei Ausstattung, Zustand, Nutzung und Durchführung der schuli-schen Radfahrausbildung ein vielfältiges Bild, wobei die stationären JVS-Plätze und die zahl-reichen Varianten von mobilen JVS sich etwa die Waage halten. Die JVS selber, die Plätze sowie die Ausstattung werden aber stets als gut bewertet.

Bei der Nutzung steht naturgemäß die klassische Radfahrausbildung im Vordergrund. Der überwiegende Anteil der JVS (53 %) führt die praktischen Fahrübungen zunächst im Schonraum, im Fortgang der Ausbildung dann auch in der Verkehrswirklichkeit durch – wie von der DVW empfohlen. Die reine Ausbildung im Schonraum oder auch eine ausschließliche Ausbildung im realen Verkehrsraum sind dagegen die deutlich selteneren Varianten. Die ganz überwiegende Zahl der JVS (77 %) führt die schulische Radfahrausbildung auch mit behinderten Kindern durch.

Doch es gibt auch ein breites Nutzungsspektrum, das über die Grundschule hinausreicht und vor allem Angebote für Vorschulkinder und Jugendliche umfasst.
Knapp die Hälfte der Befragten kann sich für die Zukunft gut vorstellen, die Nutzung der JVS noch deutlich auszuweiten und dabei vor allem auf be-sondere Problemlagen vor Ort einzugehen. Das Spektrum reicht hier von Angeboten für Kinder-gärten bis zu Kursen für Erwachsene oder für Familien.



Der überwiegende Anteil der Befragten schließt sich einer sehr positiven Bewertung der JVS an, fast einmütig wird die Wirksamkeit wie auch die Resonanz als hoch bis sehr hoch bezeichnet.

Allerdings ist hier zu differenzieren, denn die Re-sonanz von Kindern und Eltern gehen häufig auseinander. Während die Kinder uneinge-schränkt positiv auf die Radfahrausbildung rea-gieren, wird die Resonanz der Eltern häufig als neutral eingestuft, auch von Desinteresse seitens der Eltern wird berichtet.

Die JVS nehmen im Rahmen der pädagogischen Arbeit in der Grundschule offensichtlich einen bedeutenden Stellenwert ein. Daraus ergeben sich für Träger und Kooperationspartner vielfältige Möglichkeiten einer sinnvollen Programm- und Kommunikationsarbeit. Vor allem die Experten-interviews geben einen Eindruck über die Selbstständigkeit und über die vielfältigen örtlichen Kooperationen, die eine erfolgreiche Arbeit der JVS ermöglichen.